• Wer am Sonntag das Glück hatte, eine Karte für die ausverkaufte Staatsoper zu besitzen, kam in den Genuss einer Sternstunde des Hauses. Schuld daran war eine Absage: John Treleaven, der eigentlich die Titelpartie in Wagners "Tannhäuser" singen wollte, musste - kurzfristig erkrankt - absagen.

    Operndirektor Josef Hussek konnte hochkarätigen Ersatz ankündigen: Der US-Tenor Stephen Gould, als Wagner-Sänger auch in Bayreuth bestens bekannt ("Tannhäuser" 2004, "Siegfried" und "Götterdämmerung" 2006) wurde aus Dresden eingeflogen, bekam eine zweistündige Einweisung in die noch heute überzeugende Inszenierung von Harry Kupfer aus dem Jahr 1990 und rettete so nicht nur die Wiederaufnahme nach sechs Jahren. Er sorgte dafür, dass sie ein Highlight wurde.

    «Seine auch in der Höhe immer warme Stimme bewies Strahlkraft und große Durchsetzungsfähigkeit, besonders im Sängerkrieg auf der Wartburg. Sie blieb aber nie nur darauf festgelegt, sondern deutete Wort für Wort nuancenreich und bestens verstehbar aus, mit einer Intensität im Spiel und im leiseren Gesang, die ihre Spannung bis zur letzten Note dieser Mörderpartie nicht verlor.»

    Hjf, Hamburger Abendblatt, 23.01.2007

  • «An seiner Stelle sang der neue Bayreuther Siegfried, STEPHEN GOULD, die Titelpartie. Es wurde ein Triumph für ihn. In dieser Rolle hat er sich u.a. in Linz, Bayreuth und Genf schon einen Namen gemacht. Der Tannhäuser ist sicher seine bei weitem beste Wagnerrolle. Sauber in der Stimmführung ist der geschmeidige Tenor, der eher lyrisch dramatisch als heldisch klingt und dabei sowohl im Legato wie im Forte bei einem schönen Timbre bestens anspricht. Er ist allen Klippen dieser schweren Partie gewachsen, selbst dem so berüchtigten „Erbarm´ Dich mein“. Dabei spielt Gould die Rolle sehr authentisch und mit großer Emotionalität, wo sie angebracht ist, so z.B. im Dialog mit Elisabeth zu Beginn des 2. Aktes. Obwohl er am selben Tag erst in die Produktion eingesprungen ist, war von Probenmangel nichts zu spüren, er w a r Tannhäuser.»

    Klaus Billand, Der neue Merker, Februar 2007

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